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Christoph Nichelmann, „Die Melodie“ (1755) – Titel und Widmung

[Ediert von Christoph Hust und Clarissa Thiem]

Die

Melodie

nach ihrem Wesen

sowohl,

als

nach ihren Eigenschaften,

von

Christoph Nichelmann

Königl. Preußischen Cammer-Musicus.

Nebst 22. Kupfer-Tafeln.

Ars, cum à natura profecta sit, nisi natura moveat

ac delectet, nihil sane egisse videtur.

Cic. de Orat. lib. 3 c. 50.

Dantzig,

bey Johann Christian Schuster,

1755.

* * * * *

Dem

Allerdurchlauchtigsten

Großmächtigsten

Fürsten und Herrn,

HERRN

Friederich,

Könige in Preussen;

Marggrafen zu Brandenburg; des heiligen Römischen Reichs Ertzkämmerern und Churfürsten; Souverainen und Obersten Herzoge von Schlesien; Souverainen Prinzen von Oranien, Neufschatel und Valengin, wie auch der Grafschaft Glatz; In Geldern, zu Magdeburg, Cleve, Jülich, Berg, Stettin, Pommern, der Caßuben und Wenden, zu Mecklenburg, auch zu Croßen Herzoge; Burggrafen zu Nürnberg; Fürsten zu Halberstadt, Minden, Camin, Wenden, Schwerin, Ratzeburg, Ostfriesland und Moeurs; Grafen zu Hohenzollern, Ruppin, der Marck, Ravensberg, Hohenstein, Tecklenburg, Lingen, Schwerin, Bühren und Lehrdamm; Herr zu Ravenstein, der Lande Rostock, Stargard, Lauenburg, Bütow, Arlay und Breda.

Meinem allergnädigsten Könige und Herrn.

* * * * *

Allerdurchlauchtigster,

Großmächtigster König,

Allergnädigster König und Herr,

Die bewundernswürdige Stärke, welche Ew. Königl. Majestät, in Beurtheilung der mannigfaltigen Werke der Kunst, beweisen, leget das unwidersprechlichste Zeugniß ab, [//] daß Allerhöchst Dieselben Dero Empfindungen, durch eine tiefe Einsicht in das Wesen des Schönen, von welcher Art es sey, erhöhet haben.

Ohngeachtet ich während der zehn Jahre, in welchen ich, den gereinigten Geschmack Ew. Königl. Majestät an der Musik, zu bewundern das unschätzbare Glück genieße, eifrigst gesuchet habe, diesem vortreflichsten Muster zu folgen, und meinen Geschmack nach demselben zu bilden; so würde ich dennoch diesen Versuch, in welchem ich, die Uebereinstimmung eben dieses Geschmackes mit der Natur, zu zeigen mir vorgenommen habe, Ew. Königl. Majestät hiermit demüthigst zu Füßen [//] zu legen mich nicht unterstehen: wenn nicht Dero ausnehmende Gnade, gegen alles das, was den Wachsthum der Künste und Wissenschaften zum Zwecke hat, mich auch hier eine gnädige Aufnahme, wo nicht dieser meiner Schrift, doch zum wenigsten des darunter bewiesenen guten Willens, ungezweiffelt hoffen ließe.

Ja, Allergnädigster König und Herr, die Großmuth und Gnade Ew. Königl. Majestät winken mir, alle Furcht bey Seite zu setzen; und erfüllen dagegen mein Herz mit dem aufrichtigsten Wunsche, daß Dero gesamte Unterthanen, unter Dero glorreichen Regierung, zu demjenigen Gipfel der Weisheit und des Glückes steigen mögen, [//] der dem menschlichen Geschlechte zu erreichen möglich ist, und der künftig das Muster und die Nacheiferung aller Nationen sey.

Ich ersterbe in tiefster Ehrfurcht,

Euer Königl. Majestät

Berlin,

am 20. Januarii,

1755.

allerunterthänigst treugehorsamster

Diener und Unterthan.

Christoph Nichelmann.

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