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Stephan Krehl, „Musikerelend“, Teil II

Im Jahre 1912 erschien das Buch »Musikerelend« des Komponisten und Musiktheoretikers Stephan Krehl (1864–1924). Krehl, seit 1902 am Leipziger Konservatorium tätig und von 1907 bis zu seinem Tod Leiter der Institution, stellte dort laut Untertitel »Betrachtungen über trostlose und unwürdige Zustände im Musikerberuf« an. Sie sind polemisch formuliert und geben unmittelbare, heute teils kurios anmutende Einblicke in seine Sicht des Musiklebens, insbesondere mit Blick auf die soziale Stellung der Musiker_innen, in einer Zeit des Umbruchs.

Stephan Krehl (1864–1924):

Musikerelend

Betrachtungen über trostlose und unwürdige Zustände im Musikerberuf

[Teil II]

Leipzig: C. F. W. Siegel [1912].

[6] 1. Täuschungen und Enttäuschungen.

Das Leben eines Künstlers kann reich an Freuden sein, bitter ist es aber sicher auch in seinen Enttäuschungen. Wer schildert uns die schweren Stunden, die trüben Tage, die ein armer Musikant in Ängsten zu durchleben hat? Wer vermag ein Bild von all dem Jammer, all dem Elend zu geben, aus dem so mancher Virtuose, so mancher Komponist sich nicht zu befreien weiß? Es werden nur wenige Auserwählte – und vielleicht nicht einmal die geistig am höchsten stehenden – sein, die sich Kinder des Glückes nennen dürfen, deren Dasein in sonnigen, heiteren Tagen verläuft. Die große Menge bekennt bald in stiller Verzweiflung, bald in lautem Jammer, daß sie um alle Hoffnungen betrogen ist, daß sie mutlos in dem Kampf um die Herrschaft die Waffen streckt und nicht mehr hofft, zu lichteren, reineren Höhen emporzusteigen. Freimütige gestehen sogar ganz offen, daß sie sich nimmer wieder, wenn ihnen die Wahl des Berufes noch einmal freistünde, der Musik zuwenden würden.

Wer trägt da die Schuld? Wodurch ist diese Verzweiflung zu verstehen? Die Beschäftigung mit der Kunst müßte doch allen eine Erbauung gewähren, eine Erlösung von irdischer Nichtigkeit zusichern.

Wie kommt es, daß statt Befriedigung Unfrieden erweckt wird, daß die treue Hingabe an die Kunst den verdienten Lohn scheinbar nicht findet? Verantwortlich dafür sind die falschen Priester zu machen, die in dem Tempel der Kunst ihr Unwesen treiben. Sie sind es, die durch unlautere Mittel alle Macht an sich zu reißen suchen und die Gläubigen, welche sich unschuldsvoll nahen, absichtlich betören. Sie sind es aber auch, die sich unter ihren Standesgenossen als die Herren auf[7]zuspielen wissen und, dank der Schwäche und Indolenz der Mitmenschen, die Zügel, welche sie ergriffen haben, nicht aus der Hand geben.

Ein Lichtblick fällt allerdings in jedes Musikantenleben. Es gibt eine glückliche, eine selige Zeit: die Studienzeit! Doch da entspringt nur zu häufig das Glück nicht aus der Beschäftigung mit der Kunst. Die Pflege des lieben Ich gewährt ungeahnte Freuden. Mag der Kunstnovize auch nicht mit Glücksgütern gesegnet sein, er erträgt doch gern alles Ungemach, das sich ihm bereitet, er erduldet alle Pein, die über ihn verhängt ist, weil er das Bewußtsein hat, daß er dereinst zu den Großen gehören wird. Er schmeichelt sich, in hervorragendem Maße begabt zu sein, er ahnt in sich Kräfte, welche in ganz ungewohnter Weise zur Entfaltung kommen werden. Ja, wenn man sich vom Größenwahn nähren könnte, dann würde viel Hunger gestillt. Der Laie hat keine Vorstellung, bis zu welchem Grade so viele junge Künstler eingebildet sind. Eine junge Pianistin, ein Geigenvirtuos, welche ein paar Bravourstücke gelernt haben, die meinen, von ihrem Auftreten ab müsse eine neue Ära der Technik datieren. Alte bewährte Größen sind nun, wenn der Neuling kommt, verurteilt, von ihrer Höhe herunterzusteigen, um Platz zu machen. Der junge Komponist wird Neuland erobern. Die Partituren werden eine fabelhafte Größe erhalten, Instrumente, von denen die Welt bisher keine Ahnung hatte, werden erklingen. Das Orchester wird Schilderungen bringen, deren Wirkungen man sich nicht erträumen kann. Was gewesen ist, verdient Mitleid; nun erst beginnt der Aufschwung, die Blütezeit der bislang bedauernswerten Kunst.

Der Größenwahn, wie er die jungen Leute beherrscht, ist etwas Herrliches, weil er blind gegen alles Feindliche macht. Der Größenwahn ist etwas Unerquickliches, ja etwas Unerträgliches, weil der davon Befallene unausstehlich für die Mitmenschen wird. Der Größenwahn ist schließlich aber auch [8] etwas sehr Schädliches, etwas Niederschmetterndes, weil der Mensch durch ihn krank für die Zukunft wird.

Nicht eben leicht ist es, einem Kinde die Illusionen zu nehmen. Oft hält man es sogar nicht für richtig, die Wahrheit zu sagen, wenn die Wirklichkeit scheinbar prosaischer als das poetische Phantasiegebilde ist. Das Leben zwingt den Menschen im Laufe der Zeit von selbst, richtig zu sehen. Die künstlich konstruierte Hülle fällt von allen Gebilden. Und schließlich erweist sich die nackte Wirklichkeit gar nicht als so häßlich. Sie scheint nur denen beschmutzt, die sie mit trüben Augen ansehen.

In jedem Berufe setzt es bei Enthüllungen kleine Enttäuschungen ab. Dieselben sind oft ganz heilsam. Nach einer Niedergeschlagenheit kommt ein neuer Aufstieg. Wer eine Zeitlang geduckt gewesen ist, reckt sich nun umsomehr in die Höhe. Furchtsame, welche sich vor einem schreckhaften Wahngebilde verkrochen hatten, bekommen wieder Mut und ziehen fröhlich in den Kampf.

Bedenklich ist es freilich, wenn die Enttäuschungen infolge gewissenloser Täuschungen chronisch werden. Und leider läßt es sich nicht ableugnen, daß jetzt in der Musik nur zu viel mit Täuschungen allein gearbeitet wird. Äußerlich sieht eine Sache so glänzend, so vornehm aus, und innerlich ist sie doch so nichtig, so gemein. Da ist nun wirklich Sorge zu tragen, daß schon in der Künstlerkindheit die Illusionen zerstört werden, selbst wenn die Enttäuschungen bitter sind. Wird nicht von Anfang an die Wahrheit aufgedeckt, so kann Gefahr für die ganze Existenz vorliegen. Der Hochmut, die lästerliche Einbildung, sie verblenden den Kunsteleven derart, daß er sich durch unsaubere Geldmanöver der jetzigen Zeit vom rechten Wege abbringen läßt. Er gerät in seinem Irrwahn in Gestrüpp, aus dem er sich nicht wieder herausfindet. Er verkommt und verflucht nur zu spät die Idee seiner anfänglichen Gottähnlichkeit.

[9] Könnte man doch einmal das Getriebe in der Kunst durchleuchten. Was für ein Lügengewebe würde sich zeigen! Wie wenig Offenheit, wie wenig Ehrlichkeit, wie viel Bestechlichkeit, wie große Unsittlichkeit würde hervortreten! Aber in der Musik hütet sich ein jeder, irgend einen Mißstand, den er feststellen kann, aufzudecken. Man hat immer Angst, angefeindet zu werden und dadurch Schaden zu erleiden. Außerdem besteht eine große Furcht vor der Presse, deren Stimmung sich nicht voraussagen läßt.

Der Musikausübende findet ja auch nirgends Schutz. Ihm kann in seinem Beruf geschehen, was will, niemand kümmert sich darum; er ist so gut wie vogelfrei. Wo man hinsieht in Handel und Gewerbe, allüberall wacht eine staatliche, eine städtische Behörde, damit nichts Unrechtes geschieht. Mit Strenge werden allerorten die Kurpfuscher verfolgt. Nur in der Musik läßt man alle Pfuscher, alle Charlatane sich ungestört betätigen. Für die Musik wirft der Staat im wesentlichen keine Mittel aus. Für die bildenden Künste wird viel getan. Nicht nur Schulen werden in großer Zahl unterhalten oder unterstützt; jährlich werden zahlreiche Werke der Malerei, der Plastik aus Staatsmitteln angekauft. Den Musikern nimmt niemand etwas ab, die mögen allein sehen, wie sie fertig werden. Die sollen sich nur gegenseitig die Haare ausraufen. Schadet nichts, wenn etwas von ihrer Künstlermähne ausgeht. Dann werden sie vielleicht gesitteter aussehen und sich gesitteter benehmen. Das mag wohl die Idee bei manchem äußerlich hochstehenden Herrn sein, wenn er nach dem Grundsatz handelt: Die Sippe läßt man aus dem Spiel. Die verschreibt man sich, wenn eine langweilige Gesellschaft einmal unterhalten werden soll oder wenn die Jugend tanzen will. Dann lohnt man sie mit etwas Geringem ab oder stellt ihr zur Stärkung eine Flasche Bier unter den Stuhl. Diese Art Leute läßt man sich aber nicht nahe kommen. Man behandelt und bezahlt sie wie die [10] Dienstleute. Die Musikanten sind eben in den Augen vieler sogenannter vornehmen Leute Menschen, denen man nicht viel Ehre erweist.

Viele der Musiker möchten nun gar zu gern ihren Stand heben. Sie legen Wert darauf, unsaubere Elemente zu entfernen. Von größter Bedeutung dafür würde sein, daß jeder Zunftgenosse einen Befähigungsnachweis zu erbringen hat. Die Musiker bitten darum, sie flehen darum, daß man ihnen erlaubt, offiziell eine Prüfung einzuführen. Der Staat verspricht auch die Angelegenheit in wohlwollende Erwägung zu ziehen. Nur wird die Herzenskammer, in welcher die Erwägung stattfindet, streng verschlossen. Alle Welt weiß aber, daß in jener Herzenskammer das Wohlwollen verborgen ist. Und das ist doch immer ein erhebendes Gefühl.

Sicherlich sehnt sich niemand nach behördlicher Bevormundung, nach Belästigungen, nach Unbequemlichkeiten. Ein jeder aber will geordnete Zustände haben, Befreiung von Charlatanerie, die ihn und den ganzen Stand schädigt, sehen.

In der Musik liegen jetzt die Verhältnisse auf allen Gebieten trostlos. Man weiß wirklich nicht, wo man mit der Schilderung des Notzustandes beginnen soll. Jammer bei den Virtuosen, Depression bei den Komponisten, Unglück bei den Musiklehrern – kein Zweig, welcher nicht verdorrt wäre. Das große Publikum kommt am meisten mit den Musiklehrern in Berührung. Von diesen werden in erster Linie die Verbindungsfäden zwischen dem Laien und der Kunst gesponnen. Auf sie werden große Hoffnungen gesetzt, von ihnen gehen aber eventuell auch die ersten Enttäuschungen aus, sie inszenieren die Täuschungen.

Angebot und Nachfrage für den Elementarunterricht sind allenthalben ganz enorm groß. Nur zu natürlich ist es, daß Preise, die als durchaus unwürdig, ja unmöglich zu bezeichnen sind, gezahlt werden. Meist wird auf den Anfangsunterricht viel zu wenig Wert gelegt. Wie falsch ist es doch, beim [11] Unterricht in den Anfangsgründen sparen zu wollen. An sich ist es ja wohl nicht gesagt, daß eine Stunde zu 3 Mark besser ist als eine solche zu 30 Pfennig. Doch bedenke man, daß gerade der Elementarlehrer, um richtig eingreifen, verständig anleiten zu können, eine Persönlichkeit mit Kenntnissen und Erfahrung sein muß, daß zur erfolgreichen Tätigkeit aber nicht nur musikalische Kenntnisse, sondern Menschenkenntnisse gehören. Eine Persönlichkeit, welche hingebungsvoll den Elementarunterricht betreibt, die muß sich selbst durchgearbeitet haben. Und das Durcharbeiten kostet Opfer, verschlingt Geld. Da ist es nur mehr wie billig, daß die Stunden geziemend honoriert werden.

Wie viele Unwürdige sind unter der Unmenge von Leuten, die sich öffentlich oder im geheimen als Erzieher zur Musik anbieten. Gleichgültig, ob es sich um das erste Stadium oder höhere Stufen der Ausbildung handelt, überall versuchen Aventuriers von den herrschenden Zuständen zu profitieren. Unangenehm sind die stillen Schleicher, welche in den Familien herum ziehen, in den Pensionaten spionieren, an Privatmittagstischen sitzen, immer in dem Bestreben, sich durch Mittel jeder Art Schüler zu kapern. Widerwärtig sind aber auch die Prahler, welche durch verblüffende Annoncen, Reklamemittel zweifelhafter Sorte sich Opfer fangen. Das Publikum fällt auf die leisen Lockungen der Einen, wie auf die lauten Anpreisungen der Anderen ebenso herein. Den Schaden haben die Schüler und die anständigen Lehrer. Es ist jetzt wirklich so, daß ein rechtlich denkender, gebildeter Musiker, welcher einfach sagt, er erteile Musikunterricht, die Stunde zu 3 Mark, warten und warten kann, ehe sich Jemand bei ihm meldet, während ein Schwindler, welcher verspricht, für 20 Mark pro Stunde die geheimnisvolle Kraft der Fakire zur kürzesten Beherrschung der schönen Künste zu enthüllen, ungeahnten Zulauf hat. Versteht der Letztere seiner Schwindelmethode noch einen religiös-[12]philosophisch-ästhetisch-sexuellen Beigeschmack zu geben, so ist er für einige Zeit ein gemachter Mann. Der Inszenierung einer privaten Tätigkeit wird ja nirgends auch nur die geringste Schwierigkeit bereitet.

Kommt da in eine Stadt ein Mann, der dank seines Spekulationsgeistes guten Boden für sich wittert. Er läßt sich als Lehrer für Klavier, Theorie, Ästhetik und Kunstgesang nieder. Man hat nie gehört, daß er als Spieler hervorgetreten ist, daß er durch praktische Übung in den Formen Erfahrungen gesammelt hat, daß er durch Veröffentlichungen seine Kenntnisse dargetan; man kann auch nicht in Erfahrung bringen, wo der Mensch sich im Gesang betätigt hat, welche Schule er vertritt. Doch das will ja nicht viel sagen. Bekanntermaßen hat jeder Gesangslehrer seine eigene Methode und der Schüler, der bei einem Meister eintritt, muß seine bisherige, nun als falsch erkannte Manier verlernen und der neuen, alleinseligmachenden sich zuwenden. Unser Theorie- und Gesangsmeister, welcher sich ebensogut Inhaber des »Pour le merite für Kunst und Wissenschaft« nennen könnte, denn diesen Orden besitzt er ebensowenig wie die Meisterschaft in der Gesangskunst, der erhascht sich nun sein Publikum durch Inserate. Er schildert in Veröffentlichungen, was man bei seinem einzigartigen Unterricht erreichen kann. Da wird versprochen, daß Spieler (solange sie nur ihre normalen zehn Finger haben) glänzende Techniker werden, daß verbildete Stimmen vollständig in Ordnung kommen, daß Bühnenkünstler ungeahnte Einblicke in ihre Rollen erhalten, aus den theoretischen Belehrungen die Geheimnisse der Musikdramen aufdecken können. Nach kurzem Studium ist ihnen Bühnenpraxis und – dank der reichen Konnexionen des Meisters mit zahlreichen Bühnenleitern – ein Engagement sicher. Nun meldet sich bei dem großen Lehrmeister eine Gesangsschülerin. Dieselbe wird, da der Gewaltige momentan überlastet ist, auf einen anderen Tag zur Sprechstunde bestellt. [13] Im Wartezimmer sind dann einige Stammgäste versammelt, welche den schüchternen Neuling ermutigen und für den Meister begeistern. Bei der eigentlichen Prüfung behauptet derselbe, die Schülerin habe Talent, doch sei die Stimme verbildet. Der Fehler werde ohne Zweifel in absehbarer Zeit beseitigt sein. Leise entringt sich aus dem Munde der Aufnahmesuchenden das Geständnis, daß sie nicht bemittelt sei und nur wenig zahlen könne. Doch da ist der Meister edel; er erklärt sich bereit, einstweilen gratis Unterricht zu erteilen. Das sieht sehr vornehm und uneigennützig aus. Die Schülerin muß sich nur schriftlich verpflichten, die Schuld abzutragen, sobald ein lohnendes Bühnenengagement gefunden ist.

Soweit ist alles gut gegangen. Nun aber kommt das Unglück. Der Unterricht ist so mangelhaft, daß nichts dabei zu lernen ist. Die Schülerin empfindet das nicht, da sie natürliche Gesangsbegabung genug besitzt, um sich nicht ganz zu verderben. Von eigentlichem Kunstgesang aber lernt sie nichts. Auch mit dem lohnenenden [sic] Engagement nach der Studienzeit hat es große Schwierigkeiten. Schließlich muß sie, nur um unterzukommen, für ein Sündengeld eine Stelle annehmen. Von dem minimalen Gehalt soll noch die Garderobe bestritten werden. Der Agent, welcher immerhin bessere Beziehungen als der Gesangsmeister hatte und die Anstellung vermittelte, beansprucht gleichfalls eine Ablohnung. Und schließlich kommt die beträchtliche Summe dazu, welche dem Lehrer abzuzahlen ist!

Die arme Kleine hat aber noch Glück gehabt, da sie dank ihrer natürlichen stimmlichen Begabung keinen Schaden an ihrer Stimme erlitt. Einer Anderen, die denselben Unterricht genoß und ehrlich dafür zahlte, ist die Stimme nicht korrigiert sondern demoliert worden. Der Schaden ist nicht wieder gut zu machen. Und wenn auch in einem solchen Fall des Stimmruins eine gerichtliche Klage gegen den Zerstörer mit Erfolg durch[14]geführt wird, so ist doch die Entschädigungssumme kein Ersatz für das, was verloren ging.

Das Unglück wird noch dadurch größer, daß sich die allgemeine musikalische Ausbildung, welche der Gesangsmeister versprochen hatte, als ganz ungenügend erweist, weil der große Mann selbst ungebildet ist. Auch hütet er sich, sei es nur in einem Fach, einen Schüler anderen Lehrern zu übergeben. Er hat Angst, die Macht über den Schüler zu verlieren; er fürchtet, daß sein Schwindel aufgedeckt wird.

Was sind das für Täuschungen! Was gibt es da für Enttäuschungen! Da werden über den Menschen Depressionen kommen, von denen er sich nicht mehr erhebt. Jeder Glaube an die Reinheit der Kunst, an die erlösende Macht der Musik wird vollständig zerstört. Nur gar zu erklärlich ist es, daß nach den Enttäuschungen bei pekuniärem Elend jeder sittliche Halt verloren geht.

Wie häufig hört man, daß Schüler durch falsche Vorspiegelungen, durch Unfähigkeit ihrer Lehrer betrogen worden sind. Niemand tut etwas dagegen. Die trostlosen Zustände werden allenthalben geduldet. Hat ein Charlatan an einem Ort abgewirtschaftet, so zieht er nach einem andern. Sind die kleinen Städte abgegrast, dann geht man in die großen. Da gibt es mehr Dumme, welche auf Reklame hereinfallen, da läßt sich besser im Trüben fischen.

Am wenigsten Ungemach erfahren vielleicht noch die jungen Leute, welche im Orchester tätig sein wollen. Sie erleben nicht so leicht Enttäuschungen, weil sie geringere Ansprüche machen und zunächst auf öffentliches Auftreten nicht reflektieren. Gewiß, ein Konzertmeister, ein Cellist, ein Flötist will auch als Virtuos tätig sein; er arbeitet doch aber zunächst für seine feste Anstellung, durch welche er sein Einkommen, an welcher er seinen Halt hat. Trübe Erfahrungen machen da Viele beim sogenannten Probespiel. Irgend eine Stelle wird ausgeschrieben. [15] Um dieselbe bewirbt sich nun eine Unzahl von Musikern. Zum Probespiel wird dann nur ein Teil derselben ausgewählt und aufgefordert. Da muß es sich nun recht treffen, daß beim Vortrag eines selbstgewählten Stückes der Spieler gut aufgelegt ist, daß er das Kammermusikstück, dessen Vortrag ihm zufällt, zufällig kennt, daß er irgend einer vorgelegten Passage nicht fremd gegenüber steht. Die allgemeine musikalische Bildung, sonstige künstlerische und vor allem die menschlichen Vorzüge werden nicht beachtet. Das ganze Probespiel ist eine reine Glückssache.

Wäre es wohl das Richtige bei der Besetzung der Chirurgenstelle an einem Krankenhaus probeweise die Bewerber operieren zu lassen und demjenigen, der das meiste Glück hat, den Preis zuzuerkennen? Wie viel Mittelmäßigkeit könnte dabei unverdientermaßen an hervorragende Stelle kommen. Auch in der Musik wäre es besser, das unsichere Probespiel bei Seite zu tun und das System der Berufung einzuführen.

Sowie der Instrumentalist den Ehrgeiz hat, öffentlich als Solist aufzutreten, dann muß er sich freilich für all die Kämpfe, welche jedes öffentliche Auftreten mit sich bringt, wappnen. Um allen Unbilden trotzen zu können, muß er sich eine dicke Haut anschaffen.

Im allgemeinen ist man der Meinung, daß ein Solist, der in einem Orchesterkonzert mitwirkt, bestens bezahlt wird, daß ein Pianist, der in einer Kammermusikveranstaltung mit tätig ist, Schätze heimträgt. Ohne Zweifel ist eine Anzahl von Unternehmungen, welche gut bezahlen, vorhanden, und ebenso sind Künstler, welche sich gut bezahlen lassen, zur Stelle. Um große Honorare beanspruchen zu können, muß man zunächst einen Namen haben. Den erwirbt man sich aber nicht nur dank einer besonderen Begabung, dank einem immensen Können, den erkauft man sich einfach. Mit Geld macht man Reklame und mit Reklame macht man Geld. Leute, welche [16] die Mittel dafür verausgaben wollen, unterhalten, wie man es nennt, ein Preßbureau. Durch dieses nützliche Institut werden die zur Berühmtheit notwendigen Mitteilungen an das Publikum vermittelt. Von ihm werden die Bilder an die illustrierten Blätter versendet: »Herr X. X. am Arbeitstisch«, »Herr X. X. in seiner Sommervilla«, »Herr X. X. auf dem Wege zum Konzert« usw. Wenn eine gewisse Berühmtheit schon erlangt ist, dann genügen zur Orientierung einfache Zeitungsnotizen. Nur muß Sorge getragen werden, daß ohne Unterbrechung das Interesse wach erhalten wird.

In einer Zeitung ist zu lesen:

»Wie wir hören, befindet sich der Pianist X. X. auf einer Tournee in Norwegen. Er soll dort durch sein Chopinspiel berechtigtes Aufsehen erregen«.

Fünf Tage später:

»Aus Ungarn kommt die Nachricht, daß der bedeutende Pianist X. X. ein schweres Unglück gehabt hat. Bei der Fahrt zu einem Konzert stieß das Automobil so heftig gegen einen Prellstein, daß der Künstler herausgeschleudert wurde und eine leichte Gehirnerschütterung erlitt«.

Zwei Tage später:

»Das Unglück des unvergleichlichen Pianisten X. X. erweist sich zur allgemeinen Freude als nicht so schlimm wie geschildert. Der große Künstler hat nur einige Hautabschürfungen davon getragen. Von einer Gehirnerschütterung kann keine Rede sein«.

Fünf Tage später:

»Der Impresario des Klaviertitanen X. X. teilt uns mit, daß bei der Nachricht von dem Automobilunglück, welches der gottbegnadete Künstler gehabt haben sollte, wohl eine Verwechselung vorliegen müsse. Schon vor etwa 12 Tagen konnten wir unseren Lesern die erfreuliche Mitteilung machen, daß Herr X. X. Triumphe in Norwegen feiert. Er befindet [17] sich zur Zeit noch in der Hauptstadt Norwegens in Stockholm und gedenkt auch erst Ende des Monats von dort zurückzukehren. Die Unglücksbotschaft aus Ungarn muß also wohl auf einem Irrtum beruhen«.

Am nächsten Tage:

»Selbstverständlich muß es in unseren gestrigen Bericht über den Klavierkönig X. X. Christiania statt Stockholm heißen«.

Drei Tage später:

»Um mehreren an uns gerichteten Anfragen zu genügen, möchten wir mitteilen, daß jetzt offiziell Kristiania und nicht Christiania geschrieben wird. Der erste Pianist der Jetztzeit X. X. begeistert, wie verlautet, andauernd das dortige Publikum durch sein eminentes Spiel«.

Acht Tage später:

»Unsere Leser werden sich entsinnen, daß vor einiger Zeit von dem Unfall des Klavierpoeten X. X. berichtet wurde. Der Unfall wurde dann in seiner Bedeutung abgeschwächt und schließlich ganz widerrufen. Uns sah, offen gesagt, von Anfang an die Sache etwas nach Reklame aus und war uns daher auch unsympathisch. Jetzt schreibt uns ein intimer Freund des Virtuosen, daß Letzterer über die Zeitungsnotizen sehr aufgebracht sei, da er alle Reklame hasse und diese unkünstlerischen Beeinflussungen des Publikums für eine Roheit erkläre«.

Der Brief an den intimen Freund soll aber wie folgt gelautet haben: »Sehr geehrter Herr, es ist mir schließlich hier in Norwegen besser gegangen, als ich ahnen und hoffen konnte. Die ersten Konzerte haben ein böses Geld gekostet, ebenso die unentbehrliche Reklame. Mein Konterfei hing in jedem Gemüseladen, in jeder elektrischen Bahn, an jeder Straßenecke. Wohin ich nur blickte: mein Porträt. Das hat aber genützt! Zum Schluß kamen sie alle gelaufen, um den neuen Chopin, wie auf den Plakaten stand, zu hören. Sie kamen, zahlten und applaudierten! Nun schlachten Sie gefälligst den Erfolg [18] aus. Machen Sie Reklame, bringen Sie Notizen auf Notizen. Lassen Sie sich die Sache etwas kosten; das kommt schon wieder heraus. In den Notizen bitte ich immer zu betonen: Spezialität im Chopinspiel. Das wirkt, das zieht! Mit bester Empfehlung Ihr reklamehungriger X. X.«

Die kleinen Zeitungsnotizen sind gewissermaßen das Öl, um die Karre ohne Quietschen im Laufen zu erhalten. Zum eigentlichen Antrieb bedarf es stärkerer Mittel. Da erfindet man rührende Geschichten, um der Anteilnahme der großen Menge sicher zu sein. Mit Bestimmtheit läßt sich darauf rechnen, daß durch eine Erzählung von überstandenem Jammer und Elend für einen Künstler allgemeines Mitgefühl erweckt wird. Es wird ein rührendes Märchen gedichtet, in dem der zu befördernde Künstler die Hauptrolle spielt. Von aller Unterstützung, aller Hülfe verlassen, kommt der Ärmste der Verzweiflung nahe. Nun wird geschildert, wie seine Kräfte abnehmen, wie er nichts mehr hat, um sich zu nähren, wie sein einziges Kind in Elend verkommt, wie seine Frau halb vor Kummer, halb vor Hunger stirbt. In dem Augenblick, wo auch des Mannes Ende gekommen scheint, tritt der Retter auf.

Ein mildtätiger Arzt nimmt sich des Verzweifelten an. Durch Mittel und sorgsame Pflege gelingt es, den Künstler körperlich und geistig wieder zu kräftigen. Dem hülfsbereiten Arzt glückt es, seine Freunde für den Musiker, von dessen eminenter Begabung er sich überzeugt hat, zu interessieren. Ein Wohltätigkeitskonzert, in welchem der Neuerstandene zum Besten seiner selbst spielt, wird veranstaltet. Das Publikum, welches zusammengetrommelt worden war, begeistert sich gerührt. Der Erfolg ist groß und mit einem Schlag ist dann dem Ärmsten geholfen. Da Nervenkrisen jedoch immer noch zu befürchten sind, muß stets ein Arzt im Künstlerzimmer bereit sein.

Das wirkt, das macht Eindruck! Die große Menge läuft doch immer dahin, wo es etwas Sensationelles zu sehen gibt. [19] Ein Pianist welcher beinahe verhungert ist, wie muß der dünn aussehen! Wo hat der Hungerkünstler noch die Kraft hergenommen, technische Übungen anzustellen? Natürlich hat der Arme kein Geld gehabt, um sich frisieren zu lassen. Daher wird er doppelt wild aussehen. Und im Künstlerzimmer stets ein Arzt parat. Oh, wie ist das interessant!

In der Musik geht es eben wie im gewöhnlichen Leben. Das Einfache, Natürliche genügt nicht mehr. Soll jetzt zu irgend einem Zwecke Geld gesammelt werden, und man bittet zehn Familien einfach durch Liste um Beiträge, so kann man darauf wetten, siebenmal einen Refus zu erhalten. Wird aber zu demselben Zweck ein Gartenfest mit Blumenverkauf, Tee, Tanz usw. veranstaltet, so ist man der allgemeinen Beteiligung und Zahlung sicher. Die Töchter der einen Familie wollen ihre neuen Kostüme vorführen, die Mutter einer anderen Partei hat die verlockende Aussicht, mit Exzellenz so und so in einer Bude zu verkaufen, der Vater einer andern Familie wieder kommt auf diese Weise mit dem reichen Bankier X., dessen Bekanntschaft er längst ersehnte, in Berührung. Und so findet jetzt jeder einen Grund, recht wohltätig zu sein.

Um den Klaviervortrag einer unbekannten Spielerin zu hören, kommt kein Mensch in ein Konzert. Wie anders sieht die Sache aber aus, wenn man gehört hat, daß das arme Mädchen als Kind von Zigeunern geraubt wurde, daß, nach jahrelangen Irrfahrten, eine reiche alte Dame durch Zufall das eminente Talent der Künstlerin entdeckte und die Protektion übernahm, die Ausbildung zahlte und nun das erste Auftreten leitet. Wie ist da mit einem Male das Interesse wach, wie empfindet man Mitleid mit dem aus dem Elternhaus geraubten armen Wesen, wie bewundert man nun erst die Kunst der vom Schicksal so hart Geprüften und doch wieder so Begünstigten.

Wer hoffnungslos für eine gerechte Sache gegen eine Übermacht ringt, der kann der allgemeinen Teilnahme sicher sein. [20] Ein Komponist, von dem bekannt wird, daß er im Kampf gegen Konzertinstitute, Bühnenleiter und Verleger, die einen Ring gebildet haben, um ihn nicht aufkommen zu lassen, fast umgekommen ist, der wird durch ausführliche Schilderung seines Elends viel Stimmung für sich machen.

Daß Preßbureau muß nur seine Sache gut verstehen, ohne Unterlaß Geschichten, Märchen, Anekdoten lancieren, so kann ein Erfolg garnicht ausbleiben. Aber natürlich, das kostet Geld, viel Geld, und man wundert sich nicht, zu hören, daß einzelne Künstler Tausende, Zehntausende in einem Jahr geopfert haben, um sich einzuführen.

Wer sich der Kunst zuwendet, sollte eigentlich einen Kursus im Geschäftsbetrieb durchmachen. Da wäre zu zeigen, wie man vorwärts kommt, ohne begabt zu sein, wie man sich einen Namen verschafft, auch wenn man nur Alltägliches leistet. Belehrungen müssen freilich auch über den Umfang der Reklame, die Häufigkeit des Annoncierens, die Menge der aufzuwendenden Mittel usw. gegeben werden.

In der Kunst ist wie in der Geschäftswelt eine einmalige Reklame vollständig zwecklos. Jammerschade ist es für das Geld, welches eventuell schweren Herzens dabei geopfert wird. Immer und immer wieder setzen Leute ihre ganze Hoffnung auf ein einmaliges öffentliches Auftreten. Für dieses Vergnügen opfern sie 400 oder 500 Mark. Es wird gespart und gespart um die Möglichkeit eines Debuts zu schaffen. Und was ist das Resultat? Die Kritik ist mißvergnügt und schimpft, Einnahmen werden nicht gemacht, da Niemand für einen unbekannten Musikanten etwas zahlen will. Der Konzertunternehmer verdient allein, er muß bezahlt werden. Dafür zeigt er sich aber auch erkenntlich; er füllt, obwohl er keine Billette verkauft hat, als kleiner Zauberkünstler den Saal, sodaß derselbe wenigstens nicht gähnend leer aussieht.

Bei der großen Menge von Konzerten werden Freikarten [21] in Unmassen ausgeteilt. Personen, welche weder für Musik noch für die auftretenden Künstler Interesse haben, werden mit Billetts beschenkt. Kein Wunder, wenn Viele in die Konzerte gehen, nur um die Zeit totzuschlagen. Amüsanter könnte das in der Operette oder im Variete geschehen. Da aber kostet es Eintritt, während die Karten für die Konzerte frei in das Haus fliegen. Wer doch in einem Konzert Gedanken lesen könnte! Was würde der für unpassende und unmusikalische Ideen entdecken. Doch schon dem aufmerksamen Beobachter zeigt sich so viel Sonderbares, daß er aus dem Staunen nicht heraus kommt. Bald erblickt man lebhafte Damen, welche im ersten Teil des Konzertes nur an die Beendigung ihrer Toilette denken. Bald sind vergnügte Pärchen zu sehen, die während langer Klavierstücke sich witzige Bemerkungen zuflüstern und Pläne schmieden, wie am nächsten Tag für Amüsement zu sorgen ist. Schwermütige Menschen sieht man zunächst unzählige Male das Programmbuch durchlesen, bis sie schließlich verzweifelt die Hände falten und philosophisch ins Weite starren. Die Musik, welche allen diesen Hörern vorgeführt wird, dringt nicht zu ihnen ein. Im Gegenteil, sie läuft an ihnen wie der Regen an einem Gummimantel ab. Vollständig gleichgültig ist es, ob ein Werk von Beethoven, von Mendelssohn oder von Rheinberger gespielt wird, ob eine Sonate, eine Phantasie oder eine Fuge zum Vortrag gelangt. Für nichts ist wirkliches Interesse, wirkliches Verständnis vorhanden.

Wie kann das einem Musiker Befriedigung gewähren, vor Leuten zu spielen, welche vollständig unmusikalisch sind. Die Zahl des eigentlichen kunstverständigen Konzertpublikums ist selbst in großen Städten – das beachtet man viel zu wenig – eine ganz geringe. Und von den Leuten, die etwas von Musik verstehen, gehen die meisten auch nur gewohnheitsmäßig in eine besondere Art von Konzerten. Die Mode spielt eben auch hier eine große Rolle. Da gibt es meistens eine be[22]stimmte Sorte von Symphoniekonzerten, in denen jeder abonniert sein muß; dann wieder existieren Säle, die nicht besucht werden, weil sie nicht vornehm sind. Ein Mensch von Rang hat, wenn er ein Konzert besuchen will, so unendlich viel Äußerlichkeiten zu beachten, daß die Hauptsache, das Künstlerische, so gut wie ganz dabei verschwindet. Wird ihm unvermutet ein Freibillett zugesendet, so kommt er garnicht auf die Idee, das Konzert zu besuchen, wenn die Veranstaltung nicht einen fashionablen Charakter hat. Er verschenkt das Billett weiter, übergibt es vielleicht der Gouvernante seiner Kinder zur Benutzung. Die hat nun eventuell einiges Interesse für Musik. Jedoch fehlt ihr jegliche Beziehung zum konzertierenden Künstler, dessen Namen sie meist nur auf dem Zettel sieht, um ihn dann sofort zu vergessen.

Nein! Seien wir offen! Diese Solistenkonzerte, für welche vom Konzertunternehmer ein unmögliches Publikum zusammengetrommelt wird, sind eine Unmöglichkeit. Sie kosten viel Geld und haben absolut keinen Nutzen. Der Konzertgeber erlebt nichts als Enttäuschungen davon.

Wie häufig wirken nun aber doch auch Virtuosen in Orchesterkonzerten mit. Ist denn da nicht stets dem Künstler eine große Einnahme sicher?

Schön ist es für einen jungen Virtuosen, wenn er in ein anderes Land fahren kann, um dort zu konzertieren. Alle seine Freunde sind entzückt, wenn sie eine große Musikzeitung erhalten, deren erste Seite mit dem Bild des Künstlers geziert ist. Aha, denken die unschuldigen Leute, nun fängt bei dem die Unsterblichkeit au! Für die ungeheure Ehre, sein Bild in der Zeitung zu sehen, hat der Ärmste gar viel Geld bezahlen müssen. Der Anfang der Berühmtheit ist schmerzlich teuer. Die Fortsetzung nicht minder. Eine Reklame nützt nichts, einmal ist keinmal. Gar häufig wird die Entgegnung laut, es sei doch nicht denkbar, daß eine Abbildung in einer Zeitung [23] so viel Geld koste, denn der und der bekannte Künstler sei kürzlich auch darin abgebildet gewesen. Gewiß: Unmittelbar hat ein bekannter Virtuos seine Porträtierung zur Reklame nicht nötig. Er muß aber doch riskieren, daß, wenn er sich auf der ersten Seite nicht ankauft, auf einer anderen Seite Sachen stehen, die ihm nicht förderlich sind. Die Reklame wird ein Spieler, welcher in einer großen Stadt auftritt, doch wohl sicher bezahlen können. Die Mitwirkung in jedem Orchesterkonzert muß ja viel einbringen. Aber es ist nicht zu glauben: Gar häufig wird in den Orchesterkonzerten von den Virtuosen noch zugezahlt, anstatt verdient. In manchen Konzertvereinigungen, da zahlen nicht nur die Virtuosen, damit sie spielen dürfen, da zahlen auch die Komponisten, damit ihre Werke zur Aufführung gelangen. Es gehört nur der Mut dazu, Geld anzubieten, um vorwärts zu kommen. Eine Kunst ist es, das Geld zart und mit Eleganz anzubieten; bei dem Geschäft darf man nicht knauserig sein. Dann wird sich schon zeigen, was alles mit Geld zu erreichen ist.

Wie in vielen Orchesterkonzerten so liegen die Verhältnisse in den Kammermusikveranstaltungen traurig. Bei dem Versuch, in die Aufführungen alt eingesessener Vereinigungen mit Geld einzudringen, wird man eventuell schroff abgewiesen. Honorar wird aber selbst da in manchen Fällen nicht gezahlt. Auf eine zarte Anfrage wird nur die tröstliche Antwort erteilt: »Wir werden es uns zur Freude anrechnen, Sie bei uns spielen zu lassen. Leider sind wir aber nicht in der Lage, Ihnen die Reise- und Hotelunkosten zu ersetzen«. Junge Unternehmungen suchen aber direkt ihr Defizit zu decken, indem sie mitwirkende Solisten zahlen lassen. Es ist ja nicht zu glauben, wie viel mit Geld versucht, wie viel mit Geld erreicht wird. Nicht nur kleine arme Schlucker lassen sich zahlen, auch hochstehende große Leute, welche durch sonderbare Gelüste trotz immenser Einnahmen stets in Geldnot sind, stopfen die Löcher ihrer [24] Kasse gern einmal vorübergehend mit Papiergeld zu. Ein Impresario kann ruhig zu einem Musiker, der nur einigermaßen Virtuosität auf einem Instrument besitzt, sagen: »Geben Sie mir 30000 Mark und ich mache Sie zu einem berühmten Künstler«. Wer kennt nicht all die Kniffe, die so nebenbei verwendet werden, um einem Virtuosen aufzuhelfen. In der Reklame wird ununterbrochen auf eine Spezialität aufmerksam gemacht, da heißt es von einem Geiger: er ist ein unvergleichlicher Paganinispieler. Einzelheiten gelingen ihm sicher bei Paganini sehr gut, im wesentlichen ist er freilich ein Faiseur. Jede Sache wird aber so von ihm eingerichtet, daß sie blendend aussieht. Sei es nun, wie es wolle, die Spezialität wird betont, und nach und nach – bei ununterbrochener Reklame – fängt die Welt wirklich zu glauben an, daß der Mann ein Unikum im Paganinispiel ist. Wer erinnert sich nicht an die Fälle, in denen solche Spezialisten so bitter enttäuscht haben. Wunderdinge verlauten über das Beethovenspiel von diesem Pianisten, das Chopinspiel von jenem. Der ehrliche Zuhörer vernimmt von diesen Autoritäten nun Werke, welche alle andern Pianisten auch in ihrem Repertoire haben, und findet mit Staunen, daß der Vortrag hier nicht nur nicht besser, sondern schlechter ist als bei den andern. Die Phrasierung läßt zu wünschen übrig, die Wärme im Ton fehlt und nicht einmal technisch ist alles vollkommen. Doch das ist gleichgültig. Die Macht der Reklame hat so gewirkt, daß Publikum und Kritiker gefangen sind. Leute, welche ehrlich Kritik üben wollen, schweigen aus Angst, übel angesehen zu werden. Nicht selten passiert es sogar, daß auswärtige Künstler nach Deutschland kommen und schlechter spielen als viele, viele einheimische Virtuosen, und daß doch, dank einer staunenswerten Machenschaft, der Exote für eine Kunst, die er nicht besitzt, verherrlicht wird.

Die Täuschungen können ruhig vorgenommen werden, niemand beklagt sich über die Enttäuschungen. Die Musiker [25] besitzen viel zu wenig Gemeinsinn, um sich zusammenzutun und offen und ehrlich gegen die Mißstände aller Art Front zu machen. Wohl wird bei allen rechtlich Denkenden immer aufs neue der Unmut laut; zu einem energischen Auftreten kommt es aber nicht. Nicht Wenige wollen auch von den Zuständen profitieren, selbst wenn sie zugeben, daß dieselben unerfreulich sind.

Fahren da zwei Sängerinnen von einem Musikfest nach Haus. Die eine erzählt der anderen, daß sie von dem Vereinsvorstand schon wieder für zwei Konzerte in der nächsten Saison verpflichtet ist. »Wie fangen Sie das nur an?« ertönt sorgenvoll die Frage. »Ganz einfach«, lautet die Antwort. »Sie wissen doch, daß der Herr Vorstand ein unglaublicher Damenfreund ist. Zu ihm fahre ich nur im tadellosesten Decolletee. O, der weiß die schöne Linie meiner Figur zu schätzen und kann sie gar nicht oft genug bewundern. Ich habe ihm schon Versprechungen für ein neues Kostüm im nächsten Winter gemacht. Ich singe dann einmal für die Pensionskasse des Vereins gratis, das macht einen guten Eindruck. Das heißt, gratis singe ich nie. In solchen Fällen singe ich dann Lieder, für deren Vortrag ich mich gut bezahlen lasse. Man muß nur den Rummel verstehen.«

Die Sängerin profitiert eben auch nur zu gern von dem Mißstand, daß für Vorführung von Kompositionen gezahlt wird. Man braucht ja nicht immer plump 100-Markscheine für den Vortrag von Liedern anzubieten. Die Annahme von Kompositionen läßt sich auch auf andere Weise nachdrücklich empfehlen.

Dem Dirigenten großer Konzerte wird beispielsweise die Partitur eines neuen Werkes zugesendet. Zu gleicher Zeit erhält er 100 Flaschen auserlesener Weine und ein Schreiben, in welchem ihm angedeutet wird, daß man mit einigen Gläsern des köstlichen Trankes im Leibe die schwierige Partitur viel besser genießen könne. [26] Ein Uneingeweihter muß sich stark verwundern, wenn er hört, daß zwei namhafte Künstler darauf gedrungen haben, in einem Konzertinstitut ein und dasselbe Konzert eines jüngeren noch ziemlich unbekannten Musikers während einer Saison zu spielen. Was kann an dem Werk so fesselnd sein, daß die beiden Virtuosen gerade darauf verfallen sind? Der Kenner lacht, denn er weiß über das Fesselnde Bescheid. Es besteht in der Zahlung von 1000 Mark für jede Darbietung an den Ausführenden. Das ist natürlich kein schlechtes Geschäft! Was Wunder, wenn viele davon profitieren wollen. Bedauerlich ist es, daß auch bedeutende Künstler nicht davor zurückschrecken, auf diese Manier ihre Einnahmen zu vermehren.

Häufig sehen die Beeinflussungen so harmlos aus, daß scheinbar nichts dagegen zu sagen ist. Wer riskiert es wohl, einen Kritiker mit Geld zu bestechen? Das kann höchstens eine Persönlichkeit, die nichts mehr zu verlieren hat, unternehmen. Denn abgesehen davon, daß sich ein Kritiker wohl nicht durch Geld bestechen läßt, kann gar leicht ein solcher Verstoß unter Geschrei von der ganzen Kritik entrüstet zurückgewiesen werden, und dann ist der Versucher vernichtet. In einer Stadt existiert nun ein Kritiker, welcher besonders gefürchtet ist. Dieser bedeutende Mann kritisiert aber nicht allein, er erteilt auch Gesangsunterricht. Sänger ist er nie gewesen, vorsingen kann er auch nichts, da er absolut keine Stimme besitzt. Er weiß aber klarzumachen, wie es freilich sonst jeder Mensch auch tun kann, daß man beim Singen den Mund aufzumachen hat, hier ein wenig höher, dort etwas tiefer singen muß, damit es gut klingt. Ist nun ein Konzert in der Residenz dieses kritisierenden Gesangstitanen beabsichtigt, so unterwirft sich der Debütant gläubig dem Gewaltigen, um noch den letzten Schliff zum öffentlichen Auftreten zu erhalten, für einige Stunden. Die Stunden sind teuer – aber die Kritik, welche dann geübt wird, ist gut. Wer unter solch künstlerisch vornehmer [27] Anleitung noch studiert hat, braucht für sein Auftreten nicht besorgt zu sein. Am schönsten ist es, wenn der bissige Herr Klavierspieler ist und Lieder komponiert hat. Dann läßt er sich am Ende durch Engagement als Begleiter und durch Aufnahme eines seiner Lieder in das Programm noch besonders günstig stimmen. Sicherlich werden die Beurteiler niemals die Begleitung eines Kollegen sehr tadeln, selbst wenn dieselbe nicht ganz den Anforderungen, welche man an konzertfähige Begleitung zu stellen hat, entspricht. Ein Teil der nachsichtsvollen Rücksichtnahme fällt dann eventuell auch auf den Gesangskünstler ab.

Und wie schwer haben es nun auch die jungen Komponisten. Einige Wenige schöpfen den Rahm ab, entweder weil sie Glück gehabt haben und ihre Werke aus irgend einem Grunde durchgedrungen sind, wirklich etwas Hervorragendes bieten, oder aber weil sie dem schlechten Geschmack des Publikums so entgegenkommen, daß das Ordinäre in den Werken den Absatz garantiert. Alle aber, welche ihre eigenen Wege gehen und nicht so schreiben können, daß eine Besonderheit hervorsticht oder den gemeinen Lüsten gefröhnt wird, die müssen mit ihren Heften hausieren gehen. Ach, das ist für denjenigen, welcher nicht zum Handlungsreisenden geboren ist, eine bittere Sache. Auf schriftliche Anfrage beim Verleger, ob er zur Annahme von Werken geneigt sei, erfolgt meistens die Antwort: »Zu meinen lebhaften Bedauern bin ich im Augenblick gerade so überlastet, daß ich nicht im Stande bin, neue Verpflichtungen einzugehen. Vielleicht läßt sich später eine Geschäftsverbindung zwischen Ihnen und uns herstellen«. Ist Absagebrief auf Absagebrief gekommen, dann faßt der verzweifelte Komponist endlich einmal den Mut, persönlich einen Besuch und Versuch zu machen. Findet sich nun wirklich eine mildtätige Seele, welche sich der Kompositionen erbarmt und bereit ist, den Druck zu übernehmen, so beginnt häufig der unsympathische Handel um den Preis der [28] Ware. Man erbittet für ein Heft Klavierstücke 150 Mark, 100 Mark sollen aber nur bewilligt werden, da die Aussicht auf Absatz gering ist. An der Komposition ist etwa vier Wochen lang gearbeitet und in der Woche sind 15 Stunden verwendet worden. Der Stundenlohn beträgt demnach 1 Mark 67 Pfennig. Der kann aber noch lachen, der seine 100 Mark wirklich einheimst. Für größere Werke, Kammermusikstücke usw. setzt es meistens garnichts ab. Und wieviel zeitraubender und anstrengender ist dabei die Arbeit! Häufig zahlen die Komponisten noch zu, damit ein Werk nur endlich einmal zum Druck kommt.
Bittgänge sind dann weiter zu unternehmen, um Fürsprache für die Aufführung des Werkes zu tun. Virtuosen und Komponisten versenden Hunderte, ja Tausende von Selbstanzeigen, welche Geld und Zeit kosten, um sich in Erwähnung zu bringen. Meist ergeht auf alle Ankündigungen und Anfragen überhaupt keine Antwort. Ach, wie bitter sind alle die Enttäuschungen, welche immer und immer wieder erlebt werden.

Recht wünschenswert wäre es, daß eine Genossenschaftsdruckerei, ein Genossenschaftsverlag existierte. Der Komponist trüge dann selbst die Kosten der Drucklegung seiner Werke, genösse aber auch innerhalb der Schutzfrist den vollen Nutzen. Alle Musiker, welche im Stillen arbeiten, sich im Unterrichtsfach betätigen und nicht an die Öffentlichkeit treten, werden ja sowieso schlecht genug bedacht. Die Besteuerung kommt doch allein den Werken, welche in Konzerten, in Theatern aufgeführt werden, zugute. Das reizt die Komponisten auf Sensation hin zu arbeiten, Stoffe zu wählen, welche die Sinne kitzeln, Dinge vorführen, die ein Jeder gesehen haben muß. Je mehr Aufführungen, um so mehr Tantiemen.

Hat nun etwa der Verfasser schönster Unterrichtswerke nicht ebensoviel Verdienste wie ein Opernkomponist? Wäre es nicht recht und billig, daß dieser verdienstvolle Künstler auch Tan[29]tiemen aus seinen Werken bezöge? Vielleicht hat er seinerzeit ein paar Hefte, die später großen Absatz gefunden haben, billig verkauft. Nun, da die Stücke eingeführt sind und ununterbrochen in aller Welt gespielt werden, wird viel mit ihnen gewonnen. Derjenige aber, der sie geschrieben hat, gewinnt keinen Pfennig mehr daran. Man könnte doch so leicht die Höhe der Auflage festsetzen und von jeder neuen Auflage dem Komponisten einen Ehrensold bestimmen. Da kümmert sich aber niemand darum. Die Lehrer sind ja doch die Plebejer unter den Musikern. Von einer Protegierung derselben kann garnicht die Rede sein. Mögen die sich selbst helfen, wie sie können.

Wohl sind, um die Interessen der Musiker zu wahren, Vereine gegründet worden. Gemeinschaften, deren Aufgabe es ist, bedrängten und unterschätzten Künstlern eine Hilfe, eine Stütze zu sein, haben sich gebildet. Doch allenthalben sind die Mittel zu gering, die Beiträge zu minimal, als daß etwas Großes erreicht werden könnte. Mitunter wenden sich Musiker von diesen Vereinen rasch wieder ab, weil das Cliquenwesen, die Protektionswirtschaft alle Freude an den Bestrebungen der Vereine raubt. Keineswegs ist es für eine Sozietät vorteilhaft, wenn die Vorstände sogenannte Berühmtheiten sind. Das verleiht allerdings scheinbar der Vereinigung mehr Glanz, mehr Eigenart. Die Beobachtung läßt sich aber machen, daß gerade markante künstlerische Erscheinungen eine Sonderpolitik treiben. Wie sie es verstehen, durch ein Preßbureau immer und immer wieder Stimmung für ihre Persönlichkeit zu machen, so sammeln sie auch einen Kreis von Anhängern um sich, die ihnen in Wort und Tat nur nützlich sein können. Es laufen doch genug Menschen auf der Welt herum, die nichts sind, die wenig gelernt haben und nichts leisten. Durch den Umgang oder die Freundschaft einer Berühmtheit suchen sich solche Nullen eine Bedeutung zu geben. In ihrer blinden Bewunderung verlieren sie mit der [30] Zeit den richtigen Maßstab für die Beurteilung der Dinge. Rückhaltslos wird alles, was ihr Abgott schreibt, was er tut, verhimmelt. Allen partikularistischen Bestrebungen fügen sie sich ohne weiteres. Und die laufen doch stets auf eine einseitige Verherrlichung hinaus. Der Musikerstand kann so nichts profitieren. Da werden nur einzelne Elemente, welche in schlauer Berechnung alle Gelegenheiten für sich ausnutzen, in die Höhe kommen.

Auf welche Weise soll nun aber eine Besserung dieser traurigen Zustände herbeigeführt werden? Ist bei der großen Versumpfung überhaupt auf eine Änderung zu hoffen?

Zunächst müßten sich da einmal diejenigen Persönlichkeiten zusammentun, welche nur im Interesse für ihren Stand wirken wollen, welche ohne Nebengedanken einer Genossenschaft zur Hebung der Standesinteressen beitreten. Die Verringerung des Proletariats, die Vertilgung des Pfuschertums muß die nächstliegende Aufgabe sein. Dann aber wird überall für Aufklärung zu sorgen sein, schädigende Mißstände sind rücksichtslos aufzudecken. Unterstützungen sollen nur da, wo es wirklich angebracht ist, gewährt werden. Es fehlt ja zum Glück nie an Leuten, welche für wohltätige Zwecke Mittel freigebig zur Verfügung stellen. Die Schwierigkeit wird immer darin bestehen, daß in fraglichen Fällen die Mittel auch an würdige Empfänger ausgeteilt werden. Die Glücksgüter sind unter den Musikern zurzeit sowieso sehr ungleich verteilt. Die Primadonnenwirtschaft, welche momentan wieder in schönster Blüte steht, verschafft einzelnen Persönlichkeiten unglaubliche Vorteile. Den großen Sensationsvirtuosen wird ohne Zögern jedes verlangte Honorar bewilligt. Die Künstler, welche die Riesensummen erhaschen können, haben wohl recht, sie zu fordern. Unrecht aber tun die Leute, welche sie meist auf Kosten anderer zahlen. Hören wir nicht, daß an Dirigenten Honorare bezahlt werden, die ins Fabelhafte gehen, und daß für die [31] Musiker, der den Dirigenten unterstehenden Kapellen nur wenig Mittel übrig sind. Bedauerlicherweise sind diese reich bezahlten Sonderlinge für das allgemeine Musikleben der Stadt, in welcher sie angeblich dauernd ihren Wohnsitz haben, ohne jede Bedeutung. Entweder sind sie einseitig in ihrer Virtuosität und können namentlich auf das Unterrichtswesen absolut keinen Einfluß gewinnen. Ober aber sie sind immer auswärts auf Konzertreisen, so daß sie zu ihrer Residenz in keine nähere Beziehung treten können.

Auf solche Zugvögel setze man keine Hoffnungen. Keine der Erwartungen würde da in Erfüllung gehen. Unterstützung und Hilfe muß von einer anderen Seite kommen. Die stillen Arbeiter, die ernsten Lehrer, welche unbekümmert um das Getriebe des Gesellschaftslebens in ehrlichem Streben und treuem Pflichtgefühl tätig sind, das sind die Elemente, welche allein Gutes stiften können und die Jugend zu behüten und führen vermögen. Ihnen muß freilich eine Garantie gegeben werden, daß ihrem Mühen und Ringen nicht entgegengearbeitet wird. Dazu ist eben erforderlich, daß alle Schäden, alle Unsauberkeiten rücksichtslos zur Besprechung gelangen.

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